Der Wechsel der Hausverwaltung kann auf den ersten Blick wie eine große Herausforderung erscheinen. Doch mit der richtigen Planung und Vorgehensweise lässt sich dieser Prozess reibungslos gestalten. Ob Sie mit der aktuellen Verwaltung unzufrieden sind, eine Veränderung wünschen oder andere Gründe haben – dieser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie erfolgreich zu einer neuen Hausverwaltung wechseln.
Kurzgesagt
Frühzeitig planen – der Schlüssel zum erfolgreichen Verwaltungswechsel. Eine durchdachte Planung ist entscheidend für einen reibungslosen Wechsel der Hausverwaltung. Starten Sie frühzeitig mit der Suche und holen Sie mindestens drei Angebote ein. So können Sie verschiedene Anbieter vergleichen. Achten Sie dabei nicht nur auf Referenzen und fachliche Kompetenz, sondern auch darauf, ob die persönliche Sympathie stimmt – schließlich ist eine gute Zusammenarbeit unerlässlich.
In einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) ist ein gemeinsamer Beschluss der Eigentümer für den Wechsel der Verwaltung erforderlich. Informieren Sie daher alle Eigentümer rechtzeitig und stellen Sie sicher, dass die relevanten Punkte auf der Tagesordnung der nächsten Eigentümerversammlung stehen. Die WEG-Novelle 2020 hat den Wechselprozess zwar erleichtert, dennoch sollten Sie die gesetzlichen Vorgaben genau prüfen und einhalten.
Mit klarer Kommunikation und guter Vorbereitung schaffen Sie die Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit mit der neuen Hausverwaltung.
Gründe für den Wechsel einer Hausverwaltung
Unzufriedenheit mit der aktuellen Verwaltung
Wenn Ihre Anliegen nicht rechtzeitig bearbeitet werden, Transparenz fehlt oder die Kommunikation problematisch ist, sind das klare Anzeichen für Handlungsbedarf. Eine effiziente Hausverwaltung ist entscheidend für den Werterhalt Ihrer Immobilie und Ihr eigenes Wohlbefinden als Eigentümer:in.
Persönliche Sympathie und Vertrauen
Die Zusammenarbeit mit einer Hausverwaltung basiert auf Vertrauen und guter Kommunikation. Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Chemie nicht stimmt oder Ihre Erwartungen nicht erfüllt werden, kann ein Wechsel sinnvoll sein.
Vertrag kündigen
Bevor Sie eine neue Hausverwaltung beauftragen können, müssen Sie den bestehenden Vertrag fristgerecht kündigen. Prüfen Sie die Vertragsunterlagen sorgfältig, insbesondere die Kündigungsfristen und eventuelle Sonderregelungen.
Checkliste
Angebote einholen
- Holen Sie mindestens drei Angebote ein.
- Achten Sie auf Transparenz und Vergleichbarkeit der Angebote.
Referenzen prüfen
- Informieren Sie sich über die Reputation der Verwaltung.
- Besichtigen Sie von der Verwaltung betreute Objekte.
Vertrag prüfen
- Überprüfen Sie Konditionen und Leistungen sorgfältig.
- Vermeiden Sie langfristige Bindungen ohne angemessene Kündigungsoptionen.
Persönliche Sympathie
- Achten Sie auf eine gute persönliche Ebene für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
Neue Verwaltung frühzeitig suchen
Starten Sie die Suche nach einer neuen Hausverwaltung rechtzeitig. Planen Sie mehrere Wochen oder sogar Monate ein, um Angebote einzuholen und Vergleiche anzustellen.
Tipp: Legen Sie eine klare Übergangsphase fest, in der die alte und die neue Verwaltung zusammenarbeiten, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
Worauf achten bei der Auswahl einer neuen Hausverwaltung

Referenzen und Bewertungen prüfen
Recherchieren Sie gründlich: Positive Referenzen, Kundenbewertungen oder Empfehlungen aus Ihrem Netzwerk geben Ihnen Sicherheit bei der Entscheidung. Fragen Sie nach Referenzobjekten, die von der Verwaltung betreut werden.
Mehrere Angebote einholen
Vergleichen Sie Leistungen und Preise verschiedener Hausverwaltungen. Es empfiehlt sich, mindestens drei Angebote einzuholen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.
Fachliche Kompetenz und persönliche Sympathie
Neben der fachlichen Qualifikation spielt auch die persönliche Sympathie eine wichtige Rolle. Eine Verwaltung, mit der Sie auf Augenhöhe kommunizieren können, erleichtert die Zusammenarbeit erheblich.
Tipp: Erstellen Sie eine Checkliste mit Ihren wichtigsten Kriterien, wie Fachkenntnisse, Reaktionszeiten und Serviceangebot.
Besonderheiten beim Wechsel in einer Eigentümergemeinschaft (WEG)
Gemeinsame Beschlüsse notwendig
In einer Eigentümergemeinschaft WEG ist ein gemeinsamer Beschluss der Eigentümer:innen erforderlich, um die Hausverwaltung zu wechseln. Dieser Beschluss erfolgt in der Regel während einer Eigentümerversammlung. Informieren Sie alle Eigentümer:innen rechtzeitig und ergänzen Sie die Tagesordnung entsprechend.
Gesetzliche Vorgaben beachten
Für die Bestellung eines neuen Verwalters ist die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen nötig. Wenn ein:e Eigentümer:in es verlangt, muss ein zertifizierter Verwalter bestellt werden. Achten Sie darauf, dass die neue Verwaltung den gesetzlichen Anforderungen entspricht.
Tipp: Bereiten Sie die Eigentümerversammlung gut vor, indem Sie den Wechsel frühzeitig kommunizieren und mögliche Alternativen präsentieren.
Was tun, wenn die Hausverwaltung kündigt?
Schnelle Suche nach Ersatz
Wenn die Hausverwaltung den Vertrag kündigt, ist schnelles Handeln gefragt. Beginnen Sie umgehend mit der Suche nach einer neuen Verwaltung, um rechtliche und organisatorische Probleme zu vermeiden.
Übergangszeit überbrücken
Sollte keine neue Verwaltung rechtzeitig gefunden werden, bleibt die WEG vorübergehend verwalterlos. In diesem Fall sollte die Eigentümergemeinschaft notwendige Verwaltungsaufgaben interimistisch übernehmen.
Zeitlicher Ablauf des Wechsels
Kündigungsfristen beachten
Ein Wechsel der Hausverwaltung kann mehrere Monate in Anspruch nehmen, insbesondere wegen Kündigungsfristen und der Organisation einer Eigentümerversammlung. Planen Sie entsprechend und stellen Sie sicher, dass alle Schritte fristgerecht erfolgen.
Prozess beschleunigen
Durch eine außerordentliche Eigentümerversammlung kann der Wechsel beschleunigt werden. Dies ist besonders in dringenden Fällen sinnvoll, zum Beispiel wenn die aktuelle Verwaltung nicht mehr zuverlässig arbeitet. Legen Sie im Voraus alle notwendigen Unterlagen bereit, um Verzögerungen zu vermeiden. Dazu gehören Verträge, Beschlussvorlagen und Angebote der neuen Hausverwaltungen.
Typische Fehler beim Wechsel der Hausverwaltung
Fehlende Planung
Eine mangelhafte oder zu späte Vorbereitung ist ein häufiger Fehler. Kündigungsfristen werden übersehen, und der Wechselprozess zieht sich unnötig in die Länge. Erstellen Sie frühzeitig einen detaillierten Zeitplan, der alle wichtigen Schritte und Fristen berücksichtigt.
Unvollständige Unterlagen
Ohne die richtigen Unterlagen kann der Wechsel erheblich erschwert werden. Oft fehlen wichtige Dokumente wie Verträge, Abrechnungen oder Eigentümerbeschlüsse. Stellen Sie sicher, dass alle Unterlagen vollständig und geordnet vorliegen. Eine Checkliste hilft Ihnen, nichts zu vergessen.
Missverständnisse bei der Kommunikation
Unklare Absprachen zwischen der alten und der neuen Verwaltung oder innerhalb der Eigentümergemeinschaft können zu Verzögerungen oder rechtlichen Problemen führen. Legen Sie Übergabepunkte und Verantwortlichkeiten schriftlich fest und stimmen Sie sich regelmäßig mit allen Beteiligten ab.
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Kosten und finanzielle Aspekte des Wechsels

Ein Wechsel der Hausverwaltung ist oft mit Kosten verbunden – sowohl direkt als auch indirekt. Dazu zählen beispielsweise Gebühren für außerordentliche Eigentümerversammlungen oder die Erstellung detaillierter Übergabeprotokolle. Eine sorgfältige Planung kann jedoch helfen, unnötige Ausgaben zu vermeiden.
Die günstigste Hausverwaltung ist selten die beste Wahl. Entscheidend ist, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Fragen Sie sich: Erfüllen die angebotenen Leistungen genau die Anforderungen Ihrer Wohnungseigentümergemeinschaft? Transparenz und Flexibilität sind hier oft mehr wert als ein vermeintliches Schnäppchen.
Eine günstige Verwaltung kann sich schnell als teuer erweisen, wenn unerwartete Preisanpassungen oder hohe Zusatzgebühren für Sonderleistungen anfallen. Kalkulieren Sie daher immer die langfristigen Gesamtkosten ein. Eine Hausverwaltung, die Ihre Gemeinschaft vorausschauend und verlässlich unterstützt, zahlt sich über die Jahre aus – im wahrsten Sinne des Wortes.
Tipp: Planen Sie ein realistisches Budget für die Verwaltungskosten ein und informieren Sie sich über die jährliche Entwicklung von Verwaltungshonoraren.
Digitalisierung und moderne Hausverwaltungen
Technologische Tools
Moderne Hausverwaltungen setzen auf digitale Plattformen, um Prozesse effizienter zu gestalten. Dazu gehören Verwaltungsportale, die Eigentümer:innen Einsicht in Abrechnungen und Dokumente ermöglichen, oder Apps für die Kommunikation.
Vorteile digitaler Kommunikation
Digitale Lösungen sorgen für mehr Transparenz und eine schnellere Kommunikation. Anliegen können einfach über Apps oder Online-Portale gemeldet werden, und wichtige Informationen sind jederzeit verfügbar.
Tipp: Wählen Sie eine Verwaltung, die moderne Kommunikationskanäle anbietet, um den Verwaltungsaufwand zu minimieren.
Qualitätsmerkmale einer guten Hausverwaltung
Transparente Kommunikation
Eine gute Hausverwaltung zeichnet sich durch klare und offene Kommunikation aus. Wichtige Informationen werden verständlich aufbereitet und rechtzeitig mitgeteilt.
Tipp: Fragen Sie nach Beispielen für Kommunikationsprozesse, zum Beispiel wie die Verwaltung mit Problemen umgeht oder Informationen weitergibt.
Proaktive Betreuung
Eine kompetente Verwaltung handelt proaktiv, etwa bei der Wartung von Gebäuden oder der Einleitung von Sanierungsmaßnahmen.
Erreichbarkeit und Serviceorientierung
Die Verwaltung sollte bei Fragen oder Problemen gut erreichbar sein. Lange Antwortzeiten oder unklare Zuständigkeiten sind Warnsignale.
Tipp: Testen Sie die Erreichbarkeit während des Auswahlprozesses, um sicherzustellen, dass die Verwaltung Ihre Anliegen ernst nimmt.
Unterschiede zwischen Mietverwaltung und WEG-Verwaltung
Mietverwaltung
- Einfacher Prozess: Mietverwaltungen werden in der Regel von Einzelpersonen oder Firmen beauftragt. Der Wechsel erfordert lediglich die ordnungsgemäße Kündigung des bestehenden Vertrags und den Abschluss eines neuen Vertrags.
- Kündigungsfristen: Diese sind individuell im Vertrag geregelt, betragen aber häufig sechs Monate.
- Schnelle Abwicklung: Nach der Kündigung kann die Eigentümer:in direkt eine neue Verwaltung bestellen.
WEG-Verwaltung
- Komplexer Prozess: Die WEG-Verwaltung betreut das Gemeinschaftseigentum einer Wohnungseigentümergemeinschaft. Hier gelten strengere gesetzliche Vorgaben.
- Beschlüsse der Eigentümerversammlung: Der Wechsel muss durch Mehrheitsbeschluss erfolgen. Die Tagesordnung muss rechtzeitig angepasst werden.
- Fristen und Formalitäten: Der bestehende Vertrag kann in der Regel mit einer Frist von sechs Monaten gekündigt werden.
Weitere Unterschiede erfahren Sie im Artikel: Unterschied GdWE, WEG und Mietverwaltung
Rechtliche Grundlagen und WEG-Novelle 2020
Die WEG-Novelle von 2020 hat den Wechsel der Hausverwaltung vereinfacht.
Ordentliche Kündigung
- Kündigungsfrist: Eine ordentliche Kündigung ist mit einer Frist von sechs Monaten möglich.
- Beschluss der Eigentümerversammlung: Die Kündigung muss durch Mehrheitsbeschluss erfolgen.
Außerordentliche Kündigung
- Ohne wichtigen Grund: Seit der Novelle kann ein Verwalter ohne Angabe eines wichtigen Grundes mit maximal sechs Monaten Frist abberufen werden.
- Mit wichtigem Grund: Grobes Fehlverhalten kann eine fristlose Kündigung rechtfertigen (§ 626 Abs. 1 BGB).
Beschlussfassung und Tagesordnung
Für eine wirksame Beschlussfassung sind folgende Punkte auf der Tagesordnung erforderlich:
- Abberufung des aktuellen Verwalters
- Kündigung des Verwaltervertrags
- Vorstellung der neuen Verwaltung
- Bestellung eines neuen Verwalters
Tipp: Reichen Sie die Tagesordnungspunkte mindestens drei Wochen vor der Versammlung ein und dokumentieren Sie alle Schritte schriftlich.
Rechtliche Aspekte beim Verwalterwechsel

Pflichten der alten Verwaltung
Die alte Hausverwaltung ist verpflichtet, nach Vertragsende alle relevanten Unterlagen, Schlüssel und Konten geordnet an die neue Verwaltung zu übergeben. Häufig ist auch eine abschließende Abrechnung erforderlich.
Rechte der Eigentümergemeinschaft
Die Eigentümergemeinschaft hat das Recht, die Übergabe der Unterlagen einzufordern. Weigert sich die alte Verwaltung, kann dies rechtlich durchgesetzt werden, zum Beispiel mit einer einstweiligen Verfügung.
Tipp: Dokumentieren Sie alle relevanten Schritte und Aufforderungen schriftlich, um bei Bedarf Beweismaterial für rechtliche Schritte zu haben.
Fragen zur Haftung
Falls während des Wechsels Fehler passieren, stellt sich die Frage, wer haftet – die alte oder die neue Verwaltung. Typische Probleme sind unvollständige Übergaben oder Verzögerungen bei wichtigen Aufgaben.
Tipp: Klären Sie Haftungsfragen bereits im Vertrag mit der neuen Verwaltung und ziehen Sie bei Unsicherheiten einen Experten für Wohnungseigentumsrecht hinzu.
Pflichten der alten und neuen Hausverwaltung bei Übergabe
Pflichten der alten Verwaltung
- Herausgabe von Unterlagen: Dazu gehören Beschlusssammlungen, Verträge, Wirtschaftspläne und Kontoauszüge.
- Vermögensübertragung: Die alten Konten der WEG müssen auf die neue Verwaltung übertragen werden.
- Abschlussabrechnung: Eine finale Abrechnung der Tätigkeiten ist erforderlich.
Pflichten der neuen Verwaltung
- Prüfung der Unterlagen: Die neuen Dokumente müssen auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft werden.
- Erste Objektbegehung: Eine Begehung der Immobilie zusammen mit dem Verwaltungsbeirat ist ratsam.
- Kontenprüfung: Die Finanzen der Gemeinschaft sollten auf Unstimmigkeiten überprüft werden.
Vorlage Eigentümerversammlung
Tagesordnungspunkte
- Abberufung des alten Verwalters
- Kündigung des bestehenden Vertrags
- Vorstellung potenzieller neuer Verwaltungen
- Wahl und Bestellung des neuen Verwalters
- Ermächtigung zur Unterzeichnung des neuen Vertrags
Fristen
- Einreichung der Tagesordnungspunkte: Mindestens drei Wochen vor der Versammlung.
- Außerordentliche Versammlungen: In dringenden Fällen kann die Frist verkürzt werden (§ 24 Abs. 4 WEG).
Praktischer Tipp: Senden Sie die Tagesordnungspunkte per Einschreiben und E-Mail, um den Zugang dokumentieren zu können.
Fazit
Ein Wechsel der Hausverwaltung erfordert sorgfältige Vorbereitung und Abstimmung. Informieren Sie alle Beteiligten frühzeitig, prüfen Sie potenzielle Verwaltungen genau und vergleichen Sie Angebote. Eine kompetente Verwaltung trägt wesentlich zum Werterhalt Ihrer Immobilie bei und sorgt für eine harmonische Zusammenarbeit. Halten Sie während des gesamten Prozesses engen Kontakt zu allen Eigentümer:innen und kommunizieren Sie transparent. Das schafft Vertrauen und erleichtert den Übergang.
Mit einer klaren Planung und dem richtigen Partner an Ihrer Seite steht einem erfolgreichen Wechsel nichts im Weg. Ihre Immobilie verdient die beste Betreuung – sorgen Sie dafür, dass sie diese auch bekommt.